Umweltverträgliche Bootsreinigung während der Winterliegezeit

Anforderungen der Umweltgesetzgebung                                                          

Da die Autowäsche auf unserer Auffahrt nicht mehr erlaubt ist, ist es inzwischen für uns selbstverständlich geworden, unsere PKWs in die Waschanlage zufahren oder die Reinigung in speziell eingerichteten Autowaschplätzen durchzuführen. Das Waschwasser wird in diesen Einrichtungen aufgefangen, gereinigt und der Kanalisation zugeführt. Die gleichen Anforderungen wie für PKWs gelten aber auch für Boote, die an Land stehen. Die Umweltgesetzgebung differenziert gar nicht zwischen PKW oder Booten oder anderes, sie umfasst alle Fahrzeuge. Da wir unsere Yachten aber nicht in Waschanlagen reinigen können bleiben nur zwei Alternativen: A) wir verwenden kein Wasser oder B) die Fläche, auf der wir die Boote reinigen ist wasserundurchlässig, z.B. Asphalt und das Waschwasser wird aufgefangen und mittels Aufbereitungsanlage so von Schadstoffen befreit, dass wir das Abwasser der Kanalisation zuführen dürfen. In der Regel stehen unsere Yachten jedoch auf Erdreich oder Flächen, die keine Auffangeinrichtungen haben. So bleibt meistens nur Lösung A zur Verfügung.

 

Bootsreinigung ohne Wasser                                                                

Nach dem Auskranen werden unsere Rümpfe abgespritzt, anschließend zum Liegeplatz verbracht und mit einer Plane abgedeckt. Im Frühjahr sind letzte Reste von organischem Material, Staub und sonstige Verschmutzungen vom Rumpf zu entfernen. Da die meisten Rümpfe entweder aus GFK oder Lackiert sind, weist diese Kunststoff- Oberfläche eine entsprechende Polarität, Adhäsion und eine leicht alkalische Oberfläche auf. Genau zur Begegnung dieser Fakten werden im Handel zahlreiche Oxalsäurehaltige Produkte wie z.B. vom HEMPEL: xyz oder von YACHTICON: zxy angeboten, die sich hervorragend zur tiefgreifenden Rumpfreinigung eignen.                                

Tipp: Man nehme eine Maurerkelle mit Schwamm, feuchte ihn an und streue das oxalsäurehaltige Produkt auf den Schwamm. Mittels großer kreisender Bewegungen wird das Produkt auf den Rumpf aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von ca. 10min. reagiert die Oxalsäure, in dem sie alle Rückstände an- bzw. auflöst.                                Übrigens ist Oxalsäure eine schwache organische Säure, die auch in Spinat oder Rhabarber vorkommt und sich nach Reaktion vollständig umwelt- und naturverträglich auflöst.                                                                                   

Tipp: Anschließend werden die Reste mit einem „HARA“ Automatikwischer oder ähnlichem abgewischt. Dank seines beweglichen Stiels und dem Mikrofaser Wischbezug lässt sich der Rumpf leicht und vollständig säubern. Die Mikrofasern des Wischbezuges wirken übrigens am GFK Rumpf auf Grund der Polarität der Oberfläche besonders gut, viel besser, als auf unseren Fußböden.

 

Rumpfversiegelung                                                                                       

Nach dieser Reinigung ist eine Versiegelung der Oberfläche erforderlich. Hierfür bietet der Handel zahlreiche Polituren, Wachse oder Nano- Produkte an. Je glatter und wasserabweisender die Oberfläche ist, je länger bleibt sie sauber. So sind teflonhaltige Produkte sehr empfehlenswert, da sie beide Eigenschaften umfasst. Bei neuen Booten eignen sich insbesondere Produkte mit Nano-Partikeln, die hochglatte Oberflächen erzeugen. Nicht so empfehlenswert sind reine Wachse, da die organische Oberfläche schnell ihre Eigenschaften durch Abspülungen vom Deck und Mikroorganismen aus der See verliert.